Nuvaring
Die Suche nach dem passenden Verhütungsmittel ist für Frauen oft lang und mühselig. Sicher soll es sein, einfach anzuwenden und möglichst wenige Nebenwirkungen aufweisen. Für Frauen, die eine Alternative zu Pille, Spirale und Co. Suchen, bietet sich der Nuvaring, der sogenannte Verhütungsring an. Die Anwendung ist spielend einfach und die Sicherheit des Nuvarings kann mit der Pille mithalten.
Was ist der Nuvaring?
Der Nuvaring ist ein Vaginalring zur Schwangerschaftsverhütung, der vom Pharmaunternehmen MDS hergestellt wird. In Deutschland ist zudem der Verhütungsring Circlet von Pfizer auf dem Markt. Der flexible Ring besteht aus Kunststoff und wird in die Scheide eingeführt. Dort verbleibt er drei Wochen; nach der Entnahme setzt eine menstruationsähnliche Abbruchblutung ein, wie sie viele Frauen auch von der „Pillenpause“ her kennen. Anschließend wird ein neuer Ring eingesetzt. Der Durchmesser beträgt 54mm, der Ring ist 4mm dünn.
Der Nuvaring arbeitet ähnlich wie die Pille mit Hormonen, mit Östrogenen und Gestagenen. Östrogene verhindern den Eisprung, Gestagene lassen den Gebärmutterschleim zäher und dicker werden, sodass Spermien ihn schwerer durchdringen können. Die Kombination beider Hormontypen erzielt daher die beste Verhütungswirkung. Beim Nuvaring kommen Etonogestrel und Ethinylestradiol zum Einsatz. Anders als bei der Antibaby-Pille werden diese Hormone allerdings nicht vom ganzen Organismus aufgenommen, sondern lediglich lokal an die Vaginalschleimhaut abgegeben. Der Verhütungsring ist dadurch wesentlich verträglicher und auch für Frauen geeignet, denen die orale Einnahme von empfängnisverhütenden Hormonen Probleme bereitet.
Weltweit ist der Nuvaring an mehr als Tausend Frauen getestet worden. Die verhütende Wirkung ist dabei fast so zuverlässig wie die der Pille: Der Verhütungsring hat einen Pearl-Index von 0,25 bis 1,18. Das bedeutet, dass von 1.00 Frauen, die den Ring ein Jahr lang anwenden, statistisch gesehen 0,25 bis 1,18 Prozent schwanger werden. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Verhütungsring rezeptpflichtig. Verschrieben wird er nicht nur Frauen, die eine Schwangerschaft verhüten möchten; in bestimmten Fällen kann der kleine, durchsichtige Ring auch bei Menstruationsschmerzen, Hormonstörungen, Zyklusstörungen und dem Prämenstruellem Syndrom helfen.
Um die Sicherheit zu gewährleisten, muss der Nuvaring immer am gleichen Wochentag eingeführt werden. Nach 21 Tagen wird er wieder entfernt. Auch während der siebentägigen Pause ist die verhütende Wirkung gewährleistet.
Vorteile des Verhütungsrings
Der Nuvaring besitzt gegenüber anderen Verhütungsmitteln zahlreiche Vorteile:
- Er ist sehr einfach anzuwenden: Frauen können den Ring selbst einlegen, indem sie ihn wie einen Tampon in die Scheide einführen.
- Er besteht aus einem sehr flexiblem, verträglichen Material, das Frauen kaum spüren.
- Der Vaginalring wird nur einmal im Monat eingelegt, die tägliche Einnahme der Pille entfällt dadurch, es besteht weniger Gefahr, das Verhütungsmittel zu vergessen.
- Der Nuvaring kann kaum verloren gehen. Sollte dies doch geschehen, kann er einfach gereinigt und wieder eingesetzt werden.
- Tampons können zusammen mit dem Nuvaring verwendet werden.
- Die Wirkung wird nicht nur Durchfall oder Erbrechen beeinträchtigt.
- Hormone werden nur lokal abgegeben, können dadurch niedriger dosiert werden und sind besser verträglich.
- Trotz der niedrigen Hormondosis ist der Verhütungsring fast so sicher wie die Pille.
- Der monatliche Zyklus der Frau bleibt stabil, die Blutung findet immer in der siebentägigen Pause statt.
- Nur in seltenen Fällen treten Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten auf.
Nachteile des Verhütungsrings
Trotz der zahlreichen Vorteile sollte man nicht übersehen, dass der Nuvaring zu den hormonbasierten Verhütungsmitteln gehört. Für Raucherinnen ab Mitte dreißig, für Frauen mit Bluhochdruck sowie für Frauen mit Thromboseneigung oder Lerbererkrankungen stellt auch die geringe Hormonabgabe ein Risiko dar. Diese Personengruppen sollten daher auf den Nuvaring verzichten. Ebenfalls nicht angewendet werden sollte der Verhütungsring, wenn eine Blutgerinnungsstörung besteht oder Diabetes vorliegt.
In seltenen Fällen kann sich nach dem Einlegen des Ringes ein Fremdkörpergefühl einstellen. Sehr selten spüren Männer den Ring beim Geschlechtsverkehr. Unter Umständen kann er dann für maximal drei Stunden am Tag entfernt werden – muss anschließend aber für 24 Stunden durchgängig getragen werden. Und ein wenig Disziplin erfordert auch die Anwendung dieses einfachen Verhütungsmittels: Das Einlegen und Entfernen sollte jeweils am selben Wochentag stattfinden, um die optimale Sicherheit zu gewährleisten.
Nebenwirkungen des Nuvarings
Der Nuvaring ist allgemein sehr verträglich. Auch junge Frauen klagen nur in sehr seltenen Fällen über Nebenwirkungen. Bei einigen Testpersonen traten folgende Nebenwirkungen in geringen Prozentzahlen auf:
- Stimmungsschwankungen
- Depressionen
- schwache Libido
- Kopfschmerzen oder Migräne
- Gewichtszunahme
- Aggressivität
- Schwindelgefühle
- Müdigkeit und Mattigkeit
- Angstzustände
- Lustlosigkeit
- Pilzinfektionen
- Zwischenblutungen
Einige Medikamente, aber auch pflanzliche Mittel wie Johanniskraut können zu Wechselwirkungen mit dem Verhütungsring führen. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt oder aber unter akuten oder chronischen Infektionen leidet, sollte dies vor der Anwendung mit seinem Frauenarzt besprechen. Während der Stillzeit oder bei Verdacht auf Schwangerschaft sollte der Nuvaring nicht verwendet werden.
Der Nuvaring ist verschreibungspflichtig. Angewendet werden sollte er nur nach einem Besuch beim Facharzt und nach der Beratung durch einen Gynäkologen. Und natürlich sollten nur neue, originalverpackte Verhütungsringe eingesetzt werden.
Fazit
Der Nuvaring ist ein sehr sicheres und gut verträgliches Verhütungsmittel. Die Anwendung ist so einfach wie das Einführen eines Tampons.